30. November 2006

Handy-Pornos sind die neuen Klingeltöne

Jetzt wissen wir endlich, wozu Farbdisplays und abwaschbare Schutzhüllen wirklich gut sind:

Einer Studie des Marktforschungsunternehmens Jupiter Research zufolge blüht dem Mobilfunkmarkt eine wahre Pornoflut. Der Markt soll weltweit bis zum Jahr 2011 auf 3,3 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr wachsen. Derzeit sollen in diesem Markt 1,4 Milliarden US-Dollar pro Jahr umgesetzt werden.

Da kann sich der arme SMS-Daumen mal erholen. Demnächst gibt es dann einen Handy-Porno-Arm.


Handy-Pornos sind im Kommen. Golem

29. November 2006

Opera Mini wirft Fragen auf

Wer es noch nicht gemerkt hat: Es gibt jetzt die Version 3.0 von Opera Mini, dem Web Browser für Mobiltelefone. Damit kann jedes Java-fähige Gerät mit einem Web Browser nachgerüstet werden.



Es gibt jetzt Unterstützung für RSS (!), Foto-Upload und SSL (Verschlüsselung).

Wer wie ich irgendein Billig-Handy hat, welches nur WAP beherrscht, kann jetzt endlich für 5 € pro Megabyte diesen gewichtigen Blog lesen.

Opera Mini ist allerdings kein "echter" Web Browser, die eigentliche Arbeit macht ein Server bei Opera. Dort werden die aufgerufenen Webseiten aufbereitet und komprimiert, was die Datenmenge auf rund ein Fünftel der sonst anfallenden Daten verringern soll. Die Kompression soll die Seitendarstellung beschleunigen und die Gebühren verringern, weil weniger Daten übermittelt werden.

Datenschutztechnisch ist das natürlich relativ bedenklich (hüstel), weil auf diese Weise Opera sämtliche Opera Mini Benutzer lückenlos überwachen kann. Ich habe keine Ahnung wie das mit verschlüsselten Verbindungen funktioniert, aber vermutlich wird das auch auf dem Server gemacht. So würde Opera dann auch noch sämtliche Bankdaten im Klartext in die Finger kriegen. Kein Wunder, dass sie den Browser kostenlos verteilen.

Ich habe auf der Website übrigens nirgendwo einen Hinweis gefunden, ob die verschlüsselten Webseiten auch verschlüsselt zum Handy übertragen werden. Die Verschlüsselung existiert möglicherweise nur zwischen der Website und dem Opera Server.

Was sie mit den ganzen Daten machen, sagen sie natürlich auch nicht. Datenschutzhinweis - Fehlanzeige.


Opera Mini Homepage

27. November 2006

Workrave

Workrave is a program that assists in the recovery and prevention of Repetitive Strain Injury (RSI). The program frequently alerts you to take micro-pauses, rest breaks and restricts you to your daily limit.



Das äußert nützliche Freeware-Programm versucht zu verhindern, dass man sich zum Krüppel klickt. Sowas ist bereits mehr Leuten passiert als man denkt. Das Programm gibt es für Windows und Linux und ist auf Deutsch.



Die eher negativen Ergebnisse unserer eigenen Erhebungen können auf einem Selektionseffekt beruhen, der die Behandlungserfolge zu pessimistisch darstellt. Da aber auch viele renommierte Autoren zu ähnlichen Schlußfolgerungen kommen, nach denen ein chronifiziertes RSI-Syndrom kaum heilbar ist, müssen die aktuellen ärztlichen Bemühungen dann skeptisch beurteilt werden, wenn sie nur auf die Verringerung der Beschwerden aber nicht auf die Beseitigung der Krankheitsursachen ausgerichtet sind.

Ganz nebenbei: Das Microsoft Natural Ergonomic Keyboard 4000 kann ich nur wärmstens empfehlen. Ich habe es jetzt seit ca. einem Jahr und will nie mehr was anderes. Wer mehr als ein paar Stunden am Tag vorm Computer hockt, wird in 10 bis 20 Jahren jeden Tag den Tag verfluchen, an dem er die Tastatur für 10 € gekauft hat. Dieser Artikel wurde ihnen präsentiert von Microsoft.

Noch ein Geheimtip von mir: Mausrad festkleben. Jetzt.


Links

Spurensuche mit Windows File Analyzer

Der Windows File Analyzer von MiTeC ist ein all-in-one Programm um verschiedene nicht-offensichtliche Datenstrukturen von Windows auszulesen. Dabei können die Daten aus dem gerade laufenden Windows oder aus beliebigen Dateien gewonnen werden. Laut Hersteller ist es ein "Tool for forensic file analysis".

Es gibt folgende Komponenten:

  • Thumbnail Database Analyzer: Liest die (normalerweise versteckten) Thumbs.db Dateien der Miniaturansicht und zeigt den Inhalt inklusive Bild.
  • Prefetch Analyzer: Zeigt Infomationen über den Inhalt des Prefetch Ordners (Windows XP).
  • Shortcut Analyzer: Liest alle Verknüpfungen (.lnk) in einem Ordner und zeigt diverse Informationen daraus an.
  • Index.dat Analyzer: Index.dat Dateien werden vom Internet Explorer benutzt um Informationen über den Cache, Cookies und den Verlauf zu speichern.
  • Recycle Bin Analyzer: Dekodiert die Info2 Dateien, die Informationen über den Inhalt des Papierkorbs enthalten.



Sehr doof: Die einzige Exportmöglichkeit in der Version 1.0 ist Ausdrucken ("Report"), CSV Export ist nicht möglich.

Auf der Produktseite gibt es einen Link zu einer PDF Datei mit einer interessanten Einführung (WFA Guidance by Allan S. Hay). Wer das gelesen hat, wird nie wieder eine .lnk Datei herausgeben.


MiTeC Windows File Analyzer Homepage, Download

26. November 2006

VXer schwächeln

Laut Kaspersky befinden sich die VXer (Virus-Programmierer) in einer Krise:

Gostev reckons virus writers are suffering from a form of writer's block that means malware authors - much like Hollywood production studios - are churning out a string of uninteresting sequels devoid of fresh ideas.

Immer die gleichen E-Mail Würmer, Trojaner, Keylogger. Naja, den Anti-Virus Firmen fällt ja schon seit 20 Jahren nichts neues mehr ein. Immer die gleichen Signatur-Scanner... Wenigstens haben die VXer quantitativ zugelegt. Es gibt immer mehr Viren. Damit dürfte das Einkommen von Kaspersky & Co. weiterhin gesichert sein. Wenn Microsoft sie nicht alle platt macht, natürlich.


VXers suffering from 'writer's block'. The Register

PRESSEMITTEILUNG

Neues Blog-Layout rettet den Standort Deutschland
Gut und Billig: Das neue Neues Blog-Layout der C-Ko löst alle Probleme ...

Internet, den 26.11.2006 -- Die C-Ko, einer der renommiertesten Anbieter im Bereich Blogs, kündigte heute erstmalig die Verfügbarkeit von Neues Blog-Layout an. Und wieder launcht das namhafte Unternehmen damit ein innovatives System, das den Markt erneut in Bewegung bringen wird. Das Konzept des Updates steckt vor allem im steigenen Wunsch nach einem horizontal-vertikalen und zugleich hochskalierbaren Business-Werkzeug, mit dessen Hilfe eine reichhaltige Zahl von problematischen Aufgaben mit flächendeckenden Lösungen mit minimalem Ressourceneinsatz beiseitigen lassen, und das ohne Repressionen seitens der Triaden. Basis dieser Produkteinführung war auch der Wunsch vieler Nutzer nach einem wertvollen, preiswerten und zugleich hochverfügbaren Tool, mit dem sich alle Arten von Problemen mit massgeschneiderten, individuellen Ansätzen einfach und mühelos aus der Welt schaffen lassen, und das für Web-XML ebenso wie für Voice-XML. Kenner wissen, was das bedeutet: Mehr Nutzen für noch weniger Geld.

Tendenz: Maximum überholen

''Die Geschäftsführung ist sicher, damit endlich die Lösung für die gesamte Branche zu haben. '', bekräftigt Jörg Klemenz, Gründer und Chef von C-Ko. ''Wir beweisen damit, dass wir schon wieder führend sind und bauen parallel dazu unseren Vorsprung aus. '' Ausserdem werde man alles tun, um Identifizierung, Lokalisierung und Penetrierung weiter zu verbessern, so Jörg Klemenz weiter. Auch werde man sich zukünftig stärker um Konzerne bemühen, ein Feld, dessen Beackerung für die Zukunft starke Zuwächse verspräche.

Mehr als nur Perspektiven

Vorstand und Geschäftsführung sehen gelassen in die Zukunft: Die Marktforschungungsinstitute Random Inc. und Estimate Ltd. haben keinen Zweifel daran, dass der Markt Sekunden vor dem absoluten Druchbruch steht , und sehen in dem Markt ein Volumen von über 13 Billiarden Euro im Jahr 2015, was Öl ins Feuer der eher spekulativ gesinnten Anaysten giesst.

Über C-Ko

Die C-Ko ist einer der weltweit besten Anbieter im Bereich Blogs-Lösungen. Die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens adressieren vor allem die gesamte Branche. C-Ko wurde 1977 gegründet, 366 hochmotivierte Mitarbeiter erwirtschaften jährlich einen Umsatz von 2484 Millionen Euro. Das Unternehmen besitzt Briefkastenfirmen in Liechtenstein und den Caiman Islands. Das Unternehmen verfügt über eine Reihe strategischer Kooperationen, unter anderem mit Amazine, Milkasoft, HAL, Red Head und Zisko. Motto des Unternehmens ist das berühmte Mission Statement 'Our Mission is to have a successful mission' des legendären CEO, der in diesem Jahr zum dritten Mal hintereinander 'Manager des Jahres' wurde. Das Unternehmen ist Mitglied bei S.P.E.C.T.R.E. und plant vor allem die Unterwerfung des gesamten Planeten. Anteile der C-Ko werden seit 1985 am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt.

(C) PR-O-Matic

24. November 2006

Rootkit Unhooker 3.0 RC 1 erschienen

EP_X0FF und MP_ART werfen wieder eine neue Version der Anti-Rootkit Software Rootkit Unhooker auf den Markt. Der Release Candidate 1 unterstützt jetzt neben FAT auch NTFS.

Funktionen
Neben versteckten Dateien findet Rootkit Unhooker alias RKUnhooker nach wie vor versteckte Prozesse und Treiber, SSDT und Code Hooks. Unter "Code Hooks" werden auch versteckte Bibliotheken (DLLs) und Sysenter Hooks angezeigt.

Versteckte Prozesse können beendet und Hooks beseitigt werden (daher der Name Unhooker).

Ein mysteriöser "Extended Mode" soll jetzt noch mehr erkennen, allerdings findet Rootkit Unhooker auch schon im Normalbetrieb alle mir bekannten Rootkits. Im Extended Mode funktioniert Rootkit Unhooker auch im abgesicherten Modus und benutzt laut EP_X0FF bessere, aber riskantere Erkennungsmethoden. Der Extended Mode ist noch nicht vollständig implementiert.

Mit der neuen Funktion "Dump All Process Memory" kann man den gesamten Speicher eines Prozesses in einer Datei speichern. Rootkit Unhooker kann jetzt sogar aus einem Prozess eine lauffähige EXE erzeugen. Mit "Dump Driver" können auch Treiber aus dem Kernel heraus abgespeichert werden. Das könnte nützlich sein, wenn der Treiber in der EXE enthalten ist und man ihn beispielsweise bei Virustotal einreichen will.

Der "Hidden Files Detector" kann Dateien kopieren oder löschen, auch solche auf die man normalerweise nicht zugreifen kann. So kann man zum beispiel die Registry Hives unter system32\config kopieren.

Mit dem neuen Debug Panel (siehe Bild) können einzelne Scans ausgewählt werden.




Reports können als Textdatei gespeichert werden, um sie in Foren etc. zu posten.

Rootkit Unhooker ist jetzt "inkompatibel" mit GMER. Nachdem der gleichnamige Programmierer des Rootkit-Detektors bei EP_X0FF und MP_ART in Ungnade gefallen ist, wird der GMER-Prozess automatisch beendet.


Ich habe mal meine Malware-Sammlung neu geordnet und mit der neuen Version getestet:


Test Rootkit Unhooker 3.0 Release Candidate 1 vs Rootkits

System: Windows XP Pro SP2

Getestete Rootkits:
AFX Rootkit 2005, Settec AlphaDVD (Mr. & Mrs. Smith Rootkit), BadRKDemo, FUTo_enh, Hide files and folders 2.5 (kein echtes Rootkit), Hacker Defender 100, Rustock.B (lzx32.sys), RkUnhooker test rootkit 1.2, Vanquish 0.2.1, Zcodec-Ruins (richtiger Name unbekannt, siehe Artikel), phide_ex, HideToolz, mssync.exe (PSW.Agent.BVI / PSW.Agent.BVH)


Ergebniss:
Alle Rootkits werden gefunden (Prozesse, Treiber, Hooks und versteckte Dateien). Nur der versteckte Treiber von phide_ex bleibt verborgen (Prozess wird angezeigt).

Fehlalarme (auf NTFS): Im Prefetch Ordner von Windows glaubt Rootkit Unhooker immer eine versteckte Datei zu finden.


Besonderheiten:
Als einziges bekanntes Programm kann Rootkit Unhooker mit "Force Kill" durch FUTo versteckte Prozesse beenden. Update: Wie ich soeben bemerkt habe, können auch das neue IceSword 1.20 und GMER 1.0.1.2 FUTo Prozesse entsorgen.

Dem exklusiven PVASE (Process Virtual Address Space Erasing) kann kein Prozess wiederstehen. Dabei können auf dem Desktop sichtbare "Reste" des Programms zurückbleiben. Dieses ist aber nur eine leere Hülle, die vom Windows-GUI verwaltet wird. Das eigentliche Programm ist vollständig ausgenullt und garantiert tot.

Erkennung von versteckten Dateien bei NTFS scheint ziemlich gut zu sein (FAT nicht getestet). Es werden alle von "Hide files and folders" versteckten Dateien gefunden, das kann nicht jeder (IceSword z.B. nicht). ADS werden voll unterstützt. Ist auch relativ schnell.


Fazit
Abgesehen von einigen Kinderkrankheiten ein exzellentes Programm. Rootkit Unhooker 3.0 RC 1 ist derzeit der einzige Detektor, der alle bekannten Rootkits findet. Bei der Erkennung von versteckten Prozessen und Treibern zur Zeit führend, bei Hooks und versteckten Dateien genauso gut wie die Spezialprogramme.

Man sollte sich dennoch nicht zu sicher fühlen, es kommen ständig neue Rootkits auf den Markt. Erst die neueste Version erkennt phide_ex (teilweise).

Das einzige was das Programm gar nicht findet, sind versteckte Registry-Schlüssel und Ports. Hier kann man immer noch auf DarkSpy oder IceSword zurückgreifen. Wobei die Anzeige von versteckten Ports prinzipiell nicht sehr zuverlässig ist.

Damit läßt die Freeware die kommerziellen Detektoren weit hinter sich. Die versagen teilweise schon bei uralten Proof of Concept Rootkits. Rootkit Unhooker kann zwar nicht auf Knopfdruck Malware beseitigen, aber das können Blacklight und Co. auch nicht wirklich zuverlässig. Und was bringt eine automatische Entfernung, wenn Rootkits erst gar nicht gefunden werden?

Ansonsten gilt weiterhin das Fazit der Version Beta 1.


Links

Neues Demo-Rootkit phide_ex

Der notorische PE386, Author der Rustock.A und Rustock.B Malware-Rootkits, hat im Sysinternals Forum (welches ja jetzt Microsoft gehört) ein neues Demo-Rootkit vorgestellt. Bis heute wird es scheinbar nur (teilweise) von Rootkit Unhooker und GMER erkannt.

Das Demo scheint allerdings etwas "empfindlich" zu sein: Es funktioniert nur auf Windows XP SP2. Auf anderen Systemen lässt es sich zwar starten, ist aber nicht versteckt.

phide_ex Thread im Sysinternals Forum

IP Verbindungslimit unter SP2 umgehen

Ich habe ein interessantes Programm bei eEye gefunden:

Windows XP SP2 und Windows Server 2003 SP1 begrenzen die Anzahl der gleichzeitigen "halboffenen" TCP Verbindungen. Mit dieser Einschränkung soll laut Microsoft hauptsächlich die Ausbreitung von E-Mail Würmern und Spam-Bots begrenzt werden. Allerdings können dardurch auch manche P2P-Netze und Vulnerability/ Portscanner wie nmap stark verlangsamt werden.

Hinweis: Diese Einschränkung hat keinen Einfluss auf UDP, welches u. a. von BitTorrent benutzt wird.

BIOT von eEye überschreibt das Verbindungslimit im Kernel. Im Gegensatz zu anderen Lösungen müssen so keine Systemdateien modifiziert werden.


eEye BIOT Homepage, Download

20. November 2006

Pro Sieben würfelt nicht


Wer bisher glaubte, dass das Fernsehen ihn verarscht, hat jetzt Gewissheit:

Für die TV-Sender ist es ein Riesengeschäft: Die telefonischen Abstimmungen, bei dem die Zuschauer diverser Casting-Shows ihre Lieblinge zum Sieger küren können. Kurz vor einem weiteren Telefonmarathon - am Donnerstag nächster Woche lässt ProSieben die Gewinner der neuen «Popstars»-Staffel wählen - erschüttert eine Panne die Glaubwürdigkeit dieser Abstimmungen.

Bei Amazon war - zumindest bis zum Freitagmittag – die erste Single der Popstars 2006 zu sehen und konnte vorbestellt werde. Auf dem abgebildeten Cover fanden sich drei der sechs im Finale stehenden Mädchen. Über die Zusammensetzung der Band soll jedoch eigentlich erst am Donnerstag live bei ProSieben entschieden werden.

[..]

Amazon versucht nun fieberhaft - auch im Namen des Musik-Konzerns Warner Music -, jegliche Zweifel zu zerstreuen, die Zusammensetzung stünde schon längst fest und die Zuschauer würden für ihre Anrufe nur zur Kasse gebeten, hätten aber letztlich keinen Einfluss auf die Band-Mitglieder.

[..]

«Wir haben alle Songs in der Zeit vor dem Finale mit den sechs Mädchen aufgenommen», betonte auch Hans Fink, Geschäftsführer des Warner-Plattenlabels Starwatch, unter dem die Single erscheinen soll. Zu jeder der möglichen Dreier-Konstellation sei zudem ein Cover fotografiert worden, versucht er die Amazon-Panne zu erklären.


Artikel

Neues Biometriesystem speichert menschliche Erinnerungen

"Niemand hat die Absicht, einen Überwachungsstaat zu errichten:"

Von Cogneto werden diese Erinnerungen, die der Kunde und Benutzer seiner Bank, seinem Telefonieanbieter (oder ISP) offenbart und anvertraut, natürlich "Passthoughts" genannt, die im UNOMI System über die Zeit zu " Passthought Tagebüchern aus erfreulichen Erinnerungen", also "Erinnerungsprofilen" zusammengefasst werden.

Will der Kunde und Benutzer Zugriff erhalten, werden ihm – wie auch immer – aus diesem Pool Erinnerungen präsentiert, die er wiedererkennen muss.


Minority Report Identifikation und Authentifikation. Rabenhorst.

16. November 2006

Microsoft immer noch unfähig

Sowas kann man nicht erfinden:

Zwei Tage nach der offiziellen Einführung des Zune-Players in den USA sorgt die Microsoft Corporation erneut für Aufsehen: Der neue iPod-Killer wird nicht mit Windows Vista funktionieren.

Apple hat bestimmt schon die Hosen voll, bei der Konkurrenz.


Microsoft Zune-Player läuft nicht unter Vista. Onlinekosten.de

Update: Microsoft hält Vista-Patch für Zune-Player zurück

13. November 2006

Kindersicherung 2006 Passwort Finder

Hintergrund
Beim Test von Kindersicherung 2006 alias Child Control 2006 wollte ich eigentlich nur gucken wie das Passwort gespeichert wird. Als ich gesehen habe, wie das Passwort "test" immer als "912" in der Registry gespeichert wird, musste ich kurz lachen und habe dieses Programm geschrieben. Der Pseudo-Brute-Force Algorithmus ist etwas improvisiert, geht aber (meistens).




Bedienung
Start mit Doppelklick. Sollte funktionieren mit Windows 98/NT/2000/XP/2003.

Wenn die Erweiterung VBS nicht verknüpft ist (manche "Sicherheitsprogramme" entfernen sie aus "Sicherheitsgründen"), kann man das Programm in der Kommandozeile mit wscript <name> starten.

Administratorrechte sind nicht erforderlich.

Wenn das Programm wscript.exe von der Kindersicherung blockiert wird, kopiert man es nach WinTmr.exe und erstellt eine Verknüpfung, die es mit dem Names des Scripts als Parameter aufruft. Oder man killt die Kindersicherung einfach (siehe Artikel).

Getestet mit Kindersicherung 2006 Version 8.445.0.0


Funktionsweise
Kindersicherung 2006 speichert nicht das Passwort in der Registry, sondern eine Prüfsumme.

Der Passwort Finder liefert i.d.R. nicht das eingegebene Passwort zurück, sondern eine "Kollision" (ein anderes Passwort mit der selben Prüfsumme).

Der Passwort Finder macht zwei Durchgänge. Beim ersten wird versucht ein "hübsches" Passwort zu finden (bestehend aus Buchstaben). Dann wird der Zeichensatz vergrößert. Wenn das nicht funktioniert wird eine Fehlermeldung angezeigt. In 90% aller Fälle sollte der erste Durchgang erfolgreich sein.

Der komische Algorithmus ist optimiert auf Geschwindigkeit und ein Durchgang sollte nicht mehr als eine Sekunde dauern. Beim ersten gefundenen Passwort wird die Suche abgebrochen. Aus technischen Gründen hat das Passwort oft viele "z" oder "!". Der Such-Algorithmus untersucht nicht alle möglichen Passwörter (das würde Jahre dauern). Begünstigt durch ein leicht unterbelichtetes Design des Prüfsummen-Algorithmus muss man nur einen sehr kleinen Teil der möglichen Passwörter durchsuchen um eine Kollision zu finden.

Einige theoretisch mögliche Passwörter werden so nicht gefunden. In diesem Fall bitte die Fehlermeldung (Nummer) hier als Kommentar posten.


Der Algorithmus
Wer die Mathe-Rätsel (2,4,16, x=?) aus Rätselzeitschriften lösen kann, sollte keine Probleme haben auf den Prüfsummen-Algorithmus zu kommen.

Hier die Formel:

x1 * 3 + summe(x2..xn-1) + xn * 3

x1..n sind die ASCII-Werte des Passworts. (Passwort abcd: x1=97, x2=98,...).
n ist die Länge des Passworts.


Hinweis
VBScript kann keinen Text in die Zwischenablage kopieren. Darum muss man das Passwort eintippen.


Update: Seit Version 8.530.0.0 benutzt Kindersicherung 2006 eine völlig neue Verschlüsselung (lesen offensichtlich auch meinen Blog). Der Passwort Finder funktioniert nur bei älteren Versionen. Die Versionsnummer wird links unten im Passwort-Dialog angezeigt. Alle anderen Exploits scheinen noch zu funktionieren (siehe Artikel).


Links
Download Kindersicherung 2006 Passwort Finder. Joergs Wiki
Kindersicherung 2006 ist ein Marshmallow. C-Ko

11. November 2006

Kindersicherung 2006 ist ein Marshmallow

Kinder nerven und Erziehung ist mühsam. Abhilfe versprechen der Kinderkanal, Ritalin und diverse Programme wie Kindersicherung 2006 alias Child Control 2006 von Salfeld.

Da ich mit dem neuen Process Monitor von Sysinternals mal irgendwas ausspionieren wollte, habe ich mir den Computer-Bild Testsieger, der laut Hersteller "Cracksicher" ist, angesehen.


Test
Kindersicherung 2006 Version 8.445.0.0 vs. Kind (ich)
Testumgebung: Windows XP Pro SP2




Funktionen
Kindersicherung 2006 kann für jeden Benutzer individuell einstellbar bestimmte Regeln erzwingen (bzw. versucht es). PC/Internet Lauf- und Sperrzeiten, erlaubte Programme, verbotene Verzeichnisse, verbotene Webseiten. Daneben gibt es unter "System / Sicherheit" einige allgemeine Einstellungen um den Task-Manager, den Registry Editor und andere echte oder vermeintliche Sicherheitsrisiken zu behandeln.

Das Programm führt ein Protokoll über diverse Benutzeraktivitäten, welches auch per E-Mail verschickt werden kann (unverschlüsselt).


Funktionsweise
Kisi installiert unter XP einen Dienst "Security_Service", der beim Start von Windows den Treiber mchInjDrv.sys (siehe unten) lädt. Der Treiber lädt die DLL tmr005.dll in alle Benutzerprozesse (DLL Injection). Diese DLL manipuliert mit Inline Hooks einige Systemfunktionen wie "TerminateProcess". Dadurch kann der Kisi-Prozess nicht mehr mit dem Task-Manager beendet werden. Das soll offenbar einen Selbstschutz darstellen.

Beim Login des Benutzers wird der Hauptprozess WinTmr.exe gestartet. Dieser Prozess startet zwei Tochterprozesse: Webtmr.exe und svsvr.exe. Diese drei Prozesse und das Einstellungsprogramm kisiset.exe beinhalten die gesamte Funktionalität.

Einstellungen und Protokolle werden zusammen in einer Datenbank gespeichert.

Der Programmteil "System / Sicherheit" ist eine Oberfläche für verschiedene Systemeinstellungen. Alle Einstellungen (und noch einiges mehr) können auch mit regedit.exe und unter XP Pro mit gpedit.msc vorgenommen werden.

Auch der Programmteil "Verzeichnisse schützen" ist nur eine einfache Oberfläche für Dateisystemberechtigungen. XP Pro hat den entsprechenden Editor eingebaut, unter XP Home kann man "FaJo XP File Security Extension" installieren (Freeware) oder cacls.exe benutzen.


Dateien
C:\WINDOWS\system32\TmrService.exe (Service, lädt den Treiber mchInjDrv.sys von madCodeHook)
C:\WINDOWS\system32\svsvr.exe (die Hauptprogramme)
C:\WINDOWS\system32\SWCTL.DLL (irgendeine Textdatei)
C:\WINDOWS\system32\bin\tmr005.dll (kann auch tmr004.dll heissen, wird durch madCodeHook in alle Benutzerprozesse injiziert, Hook für TerminateProcess u.a.)
C:\WINDOWS\system32\bin\* ("Backups" der Programmdateien und Uninstaller)
C:\WINDOWS\system32\tmr\WinTmr.exe (die Hauptprogramme)
C:\WINDOWS\system32\tmr\Webtmr.exe (die Hauptprogramme)
C:\Programme\Kisi\* (Voreinstellung, das eigentliche Programmverzeichniss)

Datenbanken (Format: Absolute Database für Delphi von ComponentAce, nicht verschlüsselt)
C:\WINDOWS\system32\dbfile.sdb (Programmtexte)
C:\WINDOWS\system32\msmaindb.dll oder C:\WINDOWS\system32\wtmr.dll (beinhaltet alle Benutzerdaten und Protokolle im Klartext. Auch E-Mail Passwort! Die Dateiberechtigungen erlauben es jedem die Datei zu verändern! Die Datei wird nur durch ein File Lock geschützt solange die Hauptprozesse laufen.)

Registry
Unter anderem Zweig in HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\ Windows\CurrentVersion\Explorer\Shell. Passwort-Prüfsumme ist in Kisi\Ord.

Update: Seit Version 8.530 gibt es keine Prüfsumme mehr. Es wird (vermutlich) das komplette Password verschlüsselt unter Kisi\SID gespeichert.


Hinweis: Die Namen der Dateien und Registry-Schlüssel können sich in neueren Versionen ändern.


Kindersicherung umgehen
Und jetzt zum lustigen Teil. Kindersicherung 2006 hat zwei Sicherheitsfunktionen: Ein komischer Selbstschutz verhindert das Beenden durch den Task-Manager. Das Einstellungsprogramm ist durch ein Passwort geschützt. Beides läßt sich leicht aushebeln.

* Kindersicherung lahmlegen
Sysinternals Process Explorer starten. Rechtsklick auf WinTmr & Co. -> Suspend. Kindersicherung schläft ein. Administratorrechte sind nicht erforderlich. Alternative: PsSuspend (auch von Sysinternals). Dabei fällt die Kindersicherung komplett aus, es wird auch nichts mehr aufgezeichnet.

* Internet-Zensur überlisten
iexplore.exe kopieren nach foo.exe. IE mit anderem Dateinamen wird von Kisi nicht als Internetverbindung erkannt. Sowohl die Zensur, als auch die Zeitbegrenzung fallen aus.

K-Meleon benutzen (auch ansonsten empfehlenswert!). Die Zensur geht scheinbar nur mit IE, Firefox, Netscape und Opera. Die URL-Protokoll-Funktion fällt dann auch aus.

Wenn man IPs anstatt Domainnamen verwendet, fällt die Zensur auch beim normalen IE aus.

* Programmkontrolle überlisten
Wenn man eine beliebige Exe in WinTmr.exe umbenennt, kann man sie trotz Sperre in jedem Fall ausführen.

* Protokoll überlisten
type ProgrammA.exe > ProgrammB.exe:ProgrammA.exe
start .\ProgrammB.exe:ProgrammA.exe
Protokoll zeigt ProgrammB an, obwohl ProgrammA ausgeführt wird.

Wenn man die Prozesse killt, kann man das Protokoll in msmaindb.dll mit einem Hexeditor beliebig ändern. Wer zu viel Zeit hat, kann sich in Delphi mit dem kostenlosen Absolute Database Toolkit einen kompletten Editor basteln.

* Kindersicherung zerstören
Start -> Ausführen -> cacls "%SystemRoot%\system32\msmaindb.dll" /D Jeder
Administratorrechte sind nicht erforderlich. Kindersicherung ist danach nicht mehr zu gebrauchen und lässt sich nicht deinstallieren. Nach dem Reboot wird nur noch eine Fehlermeldung angezeigt. Hinweis: Bei neueren Versionen kann msmaindb.dll einen anderen Namen haben (siehe oben).

* E-Mail Passwort des Admins rauskriegen
Passwort steht in der Datei C:\WINDOWS\system32\msmaindb.dll. Mit Notepad oder Hexeditor öffnen und durchsuchen (nach pop/mail/smtp). Hinweis: Bei neueren Versionen kann msmaindb.dll einen anderen Namen haben (siehe oben).

* Passwort für Einstellungsprogramm
Die primitive Prüfsumme des Passworts wird in der Registry gespeichert. Die Formel ist x1 * 3 + summe(x2..xn-1) + xn * 3. Dieses Programm berechnet aus der Prüfsumme ein gültiges Passwort, mit dem man das Einstellungsprogramm aufrufen kann.


Update: Seit Version 8.530.0.0 benutzt Kindersicherung 2006 eine völlig neue Verschlüsselung (lesen offensichtlich auch meinen Blog). Der Passwort Finder funktioniert nur bei älteren Versionen.

* Kindersicherung beenden
Wenn man einen der drei Prozesse killt, starten die anderen ihn neu (typisches Verhalten von Malware). Darum muss man alle gleichzeitig beenden. Wenn man eine Datei löscht, wird sie von den Kopien in C:\WINDOWS\system32\bin wiederhergestellt.

Durch die Vordertür: Zuerst den Selbstschutz mit dem mitgelieferten Programm beseitigen: Start -> Ausführen -> TmrService /uninject %SystemRoot%\system32\bin\tmr005.dll. Unter Umständen mit Process Explorer nachgucken ob die DLL anders heisst (View->Lower Pane View->DLLs).
Im Task-Manager (oder Process Explorer) Rechtsklick auf WinTmr.exe -> Prozessstruktur beenden.

Als Admin: Mit IceSword kann man die drei Prozesse killen. Mit Strg-Linksklick Prozesse markieren, Rechtsklick -> Terminate.

Ohne Administratorrechte: PIDs von WinTmr.exe, svsvr.exe und Webtmr.exe raussuchen (Task-Manager oder Process Explorer). CrashProcess 1668 && CrashProcess 900 && CrashProcess 1488. Geht so schnell, dass im Protokoll nichts zu sehen ist.


Anmerkungen
Die Internet-Zensur führt bei Opera zu diversen Fehlfunktionen.

Wikipedia steht auf der Whitelist, obwohl es zu jedem der Begriffe auf der Blacklist ausführliche Artikel gibt.

Im Verzeichniss C:\WINDOWS\system32\bin befindet sich der "versteckte" Uninstaller. Die Datei tmr010.bin umbenennen in tmr010.exe. Beim Start bietet der Uninstaller die Entfernung an (Prozesse müssen vorher gekillt werden!). Läuft ohne Fehler durch, funktioniert aber nicht richtig?

"Verzeichnisse schützen" ist schlecht gemacht, man kann auf die Dateien immer noch zugreifen, nur die Verzeichnissanzeige ist blockiert.

Die manipulierten Systemfunktionen (Hooks) haben die Namen WinTmr.exe und WebTmr.exe fest eingebaut. Jeder Prozess mit diesen Namen wird vor dem Beenden geschützt.

Das Datenbank-Locking ist vermutlich fehlerhaft, ich hatte aber keine Lust mehr das zu erforschen.

Update: MadCodeHook scheint ein paar Probleme zu machen. Der 103bees Search term analysis Dienst verrät mir gerade, dass die Leute Googlen nach

  • security_service bluescreen
  • der dienst "security_service" wurde aufgrund folgenden fehlers

Fazit
Wer dachte, dass nach acht Jahren Entwicklungzeit die gröbsten Fehler raus sind, hat sich geirrt: Kindersicherung 2006 ist in etwa so durchdacht wie die Gesundheitsreform, allerdings wesentlich billiger. Und im Gegensatz zu Veronica Mars lässt sich Kisi leicht austricksen.

Die goldene Merkbefreiung am Band gibt es für das E-Mail Passwort im Klartext in einer für jedermann lesbaren Datei, obwohl die Datenbank Verschlüsselung unterstützt. Konsequenterweise wird dann auch auf sichere Authentifizierung verzichtet, damit die Hacker sich nicht überarbeiten.

Den Hein Blöd Ehrenpreis in der Kategorie "das merkt schon keiner" für einen Selbstschutz, der sich durch einen Aufruf des mitgelieferten (!) Programms tmrservice beseitigen lässt. Falls irgendjemand vergessen hat wie das Programm funktioniert, liefert "tmrservice /?" die Anleitung.

Die Do-it-yourself-Krypto Medaille in Platin gibt es für eine 2-Byte Passwort-Prüfsumme, die sich in fünf Minuten durch einfaches Kopfrechnen umdrehen lässt.

Den Harald Juhnke Demenz Orden in der Kategorie "Lebenswerk" für die standardmäßige Zugriffberechtigung der Hauptdatenbank "Vollzugriff für Jeder".

Und den Präsident Bush Preis für unfreiwillige Komik gibt es für die Kombination all dieser Spitzenleistungen in einem Programm.

Noch nie wurde ein einzelnes Programm so hoch prämiert.


Links